Wie Erinnerung in Bewegung kommt: Ein Gedenkort für Hohen Neuendorf

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Was bedeutet Erinnern im 21. Jahrhundert? Wie sieht ein Gedenkort aus, der nicht nur historisch informiert, sondern auch verbindet, aktiviert und Fragen für die Gegenwart stellt?

Diese Fragen standen im Zentrum eines besonderen Projekts, das unsere Nadja Bauer und Lisa Kroll für die Stadt Hohen Neuendorf begleiten durften. Der Wandel des ehemaligen Mauergrundstücks zeigt, wie aus einer Geschichte der Abschottung ein Gemeinschaftsprojekt werden kann, wenn Beteiligung, Gestaltungswille und Konzeptstärke aufeinandertreffen.

Ein Gedenkort im Wandel – vom Mauergrundstück zum Begegnungsraum

In Hohen Neuendorf, an der Grenze zu Berlin, liegt ein unscheinbares Grundstück entlang der ehemaligen Berliner Mauer. Lange Zeit ein unbebautes Grundstück, hat sich die Stadt entschlossen, diesem Ort eine neue Bedeutung zu geben: als Ort der Erinnerung, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander in Verbindung bringt.

Dark Horse wurde beauftragt, ein Konzept für diesen Erinnerungsort zu entwickeln: von der partizipativen Gestaltung eines Workshops bis hin zur modularen Ausarbeitung eines Gesamtkonzepts, das historische Tiefe mit gesellschaftlicher Relevanz verbindet.

Sorgfältige Vorbereitung als Schlüssel

Dem Workshop ging eine intensive Vorbereitungsphase voraus: Eine Ortsbegehung mit unseren lokalen Ansprechpartner:innen vor Ort und zahlreiche Vorgespräche legten die konzeptionellen Grundlagen. Ergänzt wurde die Vorbereitung durch gezielte qualitative Interviews mit zwei engagierten Bürgern, deren Perspektive auf den historischen Ort und die kommunale Erinnerungskultur wir vertieft aufnehmen wollten.

So entstand ein umfassendes Bild – sowohl von den räumlichen Gegebenheiten als auch von den Erwartungen und Potenzialen in der Stadtgesellschaft.

Beteiligung, die bewegt

Der eigentliche Workshop fand im Ratssaal von Hohen Neuendorf statt – ein symbolträchtiger Ort, der Raum für Austausch und gemeinsame Entwicklung bot. Mit am Tisch: ein Abiturient, Vertreter*innen aus Heimatvereinen, Tierschutz, Kulturbeirat und Bürgerschaft.

Gemeinsam wurde diskutiert, erinnert, gestritten, gelacht. Unterschiedliche Perspektiven trafen aufeinander – und fanden überraschend viele gemeinsame Bilder. Unser Anspruch: ein Beteiligungsformat, das Zukunftslust mit Erinnerungsarbeit verknüpft. Nicht museal und abgeschlossen, sondern offen und aktivierend.

Fünf Module für eine lebendige Erinnerungskultur

Aus dem Beteiligungsprozess und weiteren konzeptionellen Iterationen entstand ein modulares Konzept für den Ort – anschlussfähig an die Gestaltung des Parks und gleichzeitig klar als Gedenkstätte erkennbar. Die fünf zentralen Elemente:

  1. Mauerelement – „Grenzen begreifen“
  2. Bänke für Dialog & Kontemplation
  3. Wandelgang mit fünf thematischen Stelen
  4. Digitale Erweiterung
  5. Bildungsangebote für Schulen

Was uns wichtig war

Gedenken heißt heute mehr als erinnern. Es heißt: Räume schaffen, in denen Fragen erlaubt sind, wo Geschichte spürbar wird, ohne zu belehren. In denen sich verschiedene Gruppen eingeladen fühlen – zum Verweilen, zum Nachdenken, zum Austausch.

Wir empfinden Erinnerungskultur als demokratische Gestaltungspraxis – als einen offenen, mehrstimmigen und erfahrbaren Dialog. Der bei aller Debatte realistisch bleibt im Hinblick auf seine kommunale Umsetzbarkeit.

Dark Horse im öffentlichen Raum

Das Projekt in Hohen Neuendorf zeigt, wie wir als Dark Horse im öffentlichen Sektor arbeiten: prozessstark, konzeptsicher und mit einem tiefen Verständnis für gesellschaftliche Komplexität. Von der partizipativen Ausgangsfrage bis zum umsetzbaren Konzept.

Wir danken allen Teilnehmer*innen des Beteiligungsworkshops und der Stadt Hohen Neuendorf für das Vertrauen und freuen uns, diesen Ort weiter wachsen zu sehen.

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