Design Thinking Historie: Wo kommt Design Thinking her?

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Design Thinking | Historie

tl;dr Wo kommt Design Thinking eigentlich her? Ist die Methode wirklich etwas Neues oder nur alter Wein in neuen Schläuchen? Wir begeben uns auf einen kurzen Ausflug zu den Ursprüngen der Methode.

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Dieser Artikel ist Teil des Design Thinking Handbuchs, einer Übersicht über alle wichtigen Themen rund um Design Thinking.

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Aus unseren Präsenztrainings hören wir immer wieder mal zwei Fragen:

  • “Design Thinking? Ist das nicht ein alter Hut? Das gabs doch schon alles vorher, wird doch nur immer wieder alles anders genannt und neu verkauft.” 
  • Und: “Was hat das mit Design zu tun?

Gab es Design Thinking vielleicht schon immer?

Wir wollen uns hier mal Design Thinking historisch nähern. Über diese Fragen und die Herkunft gibt es sehr unterschiedliche Ansichten. Wir wollen einmal klären, welche historischen Wurzeln für uns die entscheidende Rolle spielen und unseren Begriff von Design Thinking prägen und uns selbst in diese Entwicklung einordnen. 

Was hat Design Thinking mit Design zu tun hat?

Bei Design denken wir im deutschsprachigen Raum gerne an ästhetische Dinge, z. B. Mode-Design,  Grafik-Design, Produkt-Design, usw. Im Englischen dagegen bedeutet “Design” eben nicht nur das ästhetische Gestalten, sondern auch das funktionale. So zählen im Englischen auch die Architekten, Ingenieure, Softwareentwickler, genauso zu den Designern. 

An der Stelle zitieren wir endlich mal Steve Jobs, darf ja heutzutage nicht fehlen, so ein Zitat. 

“Design ist nicht nur, wie es aussieht oder sich anfühlt. Design ist, wie es funktioniert”.

Steve Jobs, RIP

Und so verstehen wir auch Design. Und deswegen “designen” wir bei Dark Horse auch Businessmodelle, Strategien, Marketing, Organisationen und Prozesse. Design Thinking ist für uns deswegen eine Meta-Disziplin, die konzeptionelle Arbeit meint. 

Damit hat Design Thinking nicht mehr viel mit der Disziplin “Design” zu tun außer dass man ähnliche Vorgehensweisen teilt, z. B. die Nutzerzentrierung.

Wo kommt Design Thinking eigentlich her?

Seit den 1960er.Jahren taucht der Begriff “Design Thinking” in der Design-Forschungsliteratur auf.  Und es werden Fragen untersucht wie:  Wie arbeiten erfolgreiche Designer? Wie gehen Designer an Probleme heran? Wie denken Designer? Welcher Art sind die Probleme, die sie lösen?

Während die Design-Forschung eher beschreibend vorgeht, gibt es seit den 1990er-Jahren eine empfehlende Strömung, die diesen Begriff prägte und maßgeblich in den Mainstream brachte. 

Der Hauptvertreter ist IDEO – die damals schon sehr erfolgreiche amerikanische Produktentwicklungsagentur. Ideo ist z. B. für die Gestaltung der ersten Computer-Maus für Apple bekannt.

Sie haben aus ihren eigenen Erfahrungen Best Practice abgeleitet und unter dem Begriff Design Thinking zusammengefasst. Ideo hat also maßgeblich den bekannten Prozess, die Werkzeuge und die Gestaltung der Haltung geprägt. Und damit ist Ideo für alle Design Thinker ein bekannter, teils schon verehrter Name. 

Seit 2005 wird das Konzept von IDEO an der Universität Stanford gelehrt, bekannt als “dschool” – School of Design Thinking.

Seit 2007 wird Design Thinking auch in der ersten Hochschule in Deutschland gelehrt. Nämlich am Hasso Plattner Institut der Universität Potsdam, wo auch das gesamte Gründerteam von Dark Horse sich als zweiter Jahrgang in der HPI School of Design Thinking kennenlernte und Design Thinking über ein Jahr hinweg gemeinsam studierte.

Wie Design Thinking nach Deutschland kam? Hasso Plattner, der Gründer von SAP, war an der d.school in Stanford zu Besuch und so begeistert von dem Konzept, dass er es  2007 kurzerhand nach Deutschland importierte, nämlich an das Hasso Plattner Institut der Universität Potsdam.

Anzahl der “Design Thinking” Suchen bei Google seit 2004 bis heute. (Quelle)

Seit 2016 ist Design Thinking im Mainstream angekommen und das Interesse und die Nachfrage nach Design Thinking nimmt immer weiter zu. Bei zahlreichen erfolgreichen großen Unternehmen wie Apple, Netflix, Amazon, IBM, Airbnb und Google ist Design Thinking Bestandteil der Arbeits- und Denkweise.

Bekannte Unternehmen, die Design Thinking einsetzen (Quelle)

In den Top 100 der amerikanischen Großunternehmen an der Börse sind die designzentrierten Unternehmen deutlich wertvoller als die restlichen Unternehmen. 

Es verwundert daher nicht, dass in den letzten jahren viele große Design Agenturen von Konzernen und renommierten Beratungshäusern übernommen wurden, um design-zentriertes Vorgehen, also auch Design Thinking, stärker im Unternehmen zu integrieren.

Kurz zusammengefasst:

Langer Rede, kurzer Sinn: Der Begriff entstand in der Design-Forschung, um die Denkweise von Designern zu beschreiben. Heute wird aber unter Design Thinking häufig der Best-Practice-Ansatz von IDEO verstanden. Dieser gibt konkrete Empfehlungen für Prozess, Methoden, Zusammenarbeit und innere Haltung bei kollaborativer Konzeptarbeit.

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