Circular Thinking Prinzipien

Innovationen für die Circular Economy | Prinzipien

“Opportunity is missed by most people, because it is dressed in an overall and looks like work”

Thomas Edison


tl;dr Die Ausrichtung eines Unternehmens hin zu zirkulären Ansätzen gelingt nicht von heute auf morgen und wird wie jede Innovation auch von Rückschlägen begleitet sein. Neben einem agilen Mindset und einem konstruktiven Umgang mit Fehlschlägen, können dabei einige der Strategien hilfreich sein, von denen wir uns u.a. bei der Ellen MacArthur Foundation, McKinseyCircle Economy und den vielen bereits vorhandenen Beispielen aus der Circular Economy inspiriert haben lassen.

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Dieser Artikel ist Teil einer Sammlung zum Thema Innovationen für die Circular Economy.

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Life Cycle Design: Nachhaltig Gestalten entlang des gesamten Lebenszyklus

Beim Life Cycle Design nehmen wir den gesamten Lebenszyklus eines Produkts in den Blick und sorgen von der Produktion über die Gebrauchsphase hin zum Nutzungsende für einen geschlossenen Kreislauf und eine optimale Nutzung.

Ziel dieser Strategie ist es, bei Produkten oder Dienstleistungen nicht nur den eigenen Abfall, sondern auch Abfallprodukte anderer mitzudenken und in der Zusammenarbeit mit Partner:innen die Schließung von Materialströmen zu erreichen. Zwischen Unternehmen entstehen auf diese Weise neue Netzwerke und Ökosysteme, die den Kreisläufen der Natur immer ähnlicher werden. 

Die folgenden Fragen unterstützen die Entwicklung zirkulärer Lösungen für alle Phasen eines Produkts:

Nachhaltige Ausgangsmaterialien:

  • Für welche Teile des Produkts können nachwachsende oder wiederverwertete Rohstoffe verwendet werden? 
  • Wo gibt es in anderen Industrien Abfallprodukte, die Rohstoff für mein Produkt sein können?
  • Welche neuen Produkte lassen sich aus den Abfallprodukten anderer Industrien entwickeln?
  • Wie kann ich die Produktion mit minimalem Ausschuss und Verschnitten gestalten?
Beispiele:

Die britische Brauerei Toast Ale stellt Bier aus den Resten der industriellen Brotproduktion her. Über 1,9 Mio. Scheiben Brot wurden auf diese Weise bereits in schmackhaftes Bier verwandelt. 

Notpla produzieren essbare und biologisch abbaubare Verpackungen aus Algen für Lebensmittel und Wasser. Damit ersetzen Sie Plastikverpackungen mit einem essbaren und kompostierbaren Produkt, das aus einem nachwachsenden Rohstoff hergestellt wird. 

Levis erforscht im Rahmen des Wellthread-Programms neue Faser-Strategien, um Ressourcen zu sparen und hat durch den Ersatz von Baumwolle durch Hanf seinen Wasserverbrauch bereits erheblich reduziert.

#rethink #reduce #redesign 

Maximierung der Produktnutzung:

  • Wie können wir Produkte so gestalten, dass sie möglichst lange halten?
  • Welche Sekundärnutzungen könnte das Produkt haben? 
  • Wie kann ich aus dem Produkt eine Dienstleistung machen (product as a service)?
Beispiele:

Mud Jeans bestehen zu 40% aus recyceltem Material. Seit 2013 bietet das niederländische Unternehmen ein Leasing-Modell für Jeans und sorgt für eine möglichst optimale Rückführung gebrauchter Baumwolle in die Produktion neuer Kleidung. 

Viessmann bietet Heizungen nicht mehr nur zu Kauf, sondern auch zum Mieten. Wenn auf diese Weise nicht mehr der Heizkessel, sondern Wärme das Produkt ist, besteht für den Anbieter ein hoher Anreiz für energieeffiziente und langlebige Systeme zu sorgen.

Fairphone hat ein modulares Mobiltelefon entwickelt, bei dem die Nutzer einzelne Komponenten bei Bedarf austauschen und so ihr Telefon selbst auf einfache Weise reparieren und damit länger nutzen können.

#repair #refurbish #repurpose #sharing #productasservice

End of Life: Vom Abfall zum Rohstoff

  • Ist unser Produkt aus Materialien gestaltet, die entweder organischen oder technischen Rohstoff für neue Produkte liefern können?
  • Können verwendete Stoffe wieder sortenrein getrennt werden?
  • Wie können wir die Rückgewinnung unserer Produkte nach ihrer Nutzung sicherstellen?
  • Wie hoch ist der Energieaufwand, um aus unserem Abfall neue Rohstoffe zu gewinnen?
Beispiele:

Desso: Der Pionier bei Teppichen in der Kreislaufwirtschaft verwendet in der Herstellung erneuerbare Energie, nutzt Recyclingmaterial und hat ein Rücknahme- und Recyclingsystem entwickelt, damit ihre Teppiche nicht zu Müll werden.  

Digimarc: Das Unternehmen hat eine flexible Wasserkennzeichnung für Verpackungen entwickelt, die für den Recyclingprozess erforderliche Materialinformationen enthält und dabei für den Verbraucher unsichtbar bleibt.

Lush: Wo dies möglich ist, verzichtet der Kosmetikhersteller bereits ganz auf Verpackungen. Für seine flüssigen Produkte hat Lush eine einheitliche Kunststoffverpackung entwickelt, die vom Unternehmen zurückgenommen und zu neuen Verpackungen recycelt wird.

#checkyourwaste #maximiseusage #upcycling #retrologistic 

Über CRCLR:
CRCLR ist ein Think- und Do-Tank. Unser Name kommt von “circular” (zirkulär), als Gegensatz zu “linear“. Unser jetziges System funktioniert linear: Rohstoffe erschließen, produzieren, wegwerfen. Dadurch verschärfen sich viele große Probleme unserer Zeit wie Ressourcenknappheit, Klimawandel, und soziale Ungleichheit. Hier müssen wir etwas ändern: Zirkulär denken und handeln statt linear, wie bisher. Unsere Mission ist, den Übergang zu einer zirkulären Wirtschaft zu beschleunigen. Dafür entwickeln wir innovative und zirkuläre Lösungen, Projekte und eine Community von Innovator:innen. Wir forschen, handeln und beraten zu Themen Rund um zirkuläre Wirtschaft und Müllvermeidung!

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